WordPress, sonst (fast) nichts!
Aus dem Wettstreit der Content-Management-Systeme der vergangenen Jahre ist ohne Zweifel WordPress als Sieger hervorgegangen. Kein anderes System hat sich in puncto Funktionsumfang und Aktualität auch nur annähernd so dynamisch entwickelt. WordPress wird mittlerweile über 650.000 Mal pro Woche heruntergeladen (Stand November 2011) und hat einen Marktanteil von über 50 % bei den Content-Management-Systemen. Das System kommt auch mit umfangreicheren Inhaltssammlungen und sehr stark frequentierten Angeboten gut zurecht. Die Einschränkungen, die man vor einiger Zeit noch hinnehmen musste, haben sich durch die Verfügbarkeit unzähliger Plugins größtenteils in Wohlgefallen aufgelöst.
WordPress passt fast immer
Die angenehmen, durchdachten Funktionen und die einfache Bedienbarkeit lernt man zu schätzen, wenn man sich nach einiger Zeit wieder mit anderen (angeblich vollwertigen) Content-Management-Systemen auseinandersetzt und feststellt, dass selbst nach zehnjähriger Entwicklungszeit viele Funktionen, die man in WordPress mit Selbstverständlichkeit einsetzt, schlichtweg nicht existieren und oft auch nicht nachgerüstet werden können.
Der oft genannte Nachteil von WordPress, dass sich die Inhalte in ein aus Datenbanksicht recht enges Korsett einordnen müssen, erweist sich in der Praxis nur selten als Hindernis. Im Gegenteil entstehen aus den Überlegungen, wie gewünschte Inhalte mit den Möglichkeiten von Wordpress verwaltet und dargestellt werden können oft Ansätze, die sich im Nachhinein als die Praktikableren herausstellen. Im KMU-Bereich wird es kaum ein Webprojekt geben, was sich mit WordPress nicht genauso anständig umsetzen lässt wie mit anderen Lösungen.
In den allermeisten Fällen werden die Vorteile der vielen Funktionen von WordPress die Nachteile bei der Inhaltsverwaltung bei Weitem überwiegen, so dass der Einsatz von WordPress sowohl aus konzeptioneller als auch aus Preis-Leistungs-Sicht grundsätzlich in Erwägung gezogen werden sollte. Es kann aber auch Gründe geben, sich für ein anderes System zu entscheiden, beispielsweise wenn sehr ausgeklügelte Inhaltsverwaltungsfunktionen oder ein hochprofessioneller Onlineshop mit Warenwirtschaftsanbindung u. ä. gefordert sind. WordPress ist ein guter Ersatz für eine vormals klassische Website oder eine Website mit einem anderen kleineren (viellecht veralteten) Content-Management-System. Selbst kleinere Onlineshops mit bis zu ca. 100 Produkten lassen sich ganz prima und kostengünstig mit WordPress umsetzen.
WordPress macht es allen so einfach wie möglich
WordPress hat mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt, so dass es auch vielen normalen Usern ein Begriff ist. Ob für Endanwender, Programmierer, Webdesigner: WordPress ist sicher von allen Systemen am besten dokumentiert, es gibt mindestens 10 aktuelle, gute, deutschsprachige Bücher über WordPress, es werden haufenweise Schulungen und mittlerweile sogar Volkshochschulkurse angeboten, die Anfängern die Bedienung des Systems näherbringen. Da WordPress gleichzeitig auch ein Blogsystem und durch die Verfügbarkeit vieler größtenteils kostenloser Designvorlagen auch eine Art Website-Baukasten ist, kommen viele normale User zunehmend mit dem System in Kontakt und sind mit dessen Bedienung bereits vertraut. Dies halte ich im Grunde für das wichtigste Argument, sich für WordPress zu entscheiden: Den Kenntnissen des Websitebetreibers entgegenzukommen, damit die Arbeit mit dem System, also das Verändern der eigenen Website leicht von der Hand geht und Freude bereitet – nur so gelangen ständig neue Inhalte ins Netz und die Website „lebt“.
Eine Website, deren Inhalte sich jahrelang nicht verändern, weil deren Pflege zuviel Mühe bereitet, Geld kostet oder nicht notwendig erscheint, weil es im Grunde nichts zu schreiben gibt und die Website keinen Raum für Neuigkeiten bietet, passt nicht ins 21. Jahrhundert und widerspricht jeglichen Erwartungen, die ein Besucher an eine moderne Website stellt.
Ein bisschen Blog tut jeder Website gut
WordPress bietet mit seiner Funktionalität ein Stück weit das, was soziale Netzwerke wie Facebook leisten und was sie so erfolgreich macht. Wie die Pinnwand bei Facebook ermöglicht die blogartige Struktur der Website, einfach und schnell ständig Neues zu veröffentlichen, sei es das Bild vom kranken Hamster über die Fotos von Bauarbeiten eines neuen Firmengebäudes bis hin zum Review eines Weinjahrgangs oder einen längeren Text über ein neues Produkt. Eine WordPress-Website ist in der Lage, praktisch unbegrenzt viele dieser News-Schnipsel übersichtlich zu präsentieren, ohne dass die Website irgendwann vollgestopft wirkt. Erreicht wird dies durch eine automatische, chronologische Sortierung der einzelnen Newsbeiträge und eine Volltext-Suchfunktion. Alte Beiträge können einfach auf der Website verbleiben und bieten dem Besucher die Möglichkeit, auch in Jahre zurückliegenden Einträgen zu stöbern. Eine ausgefeilte Möglichkeit, Beiträge in Kategorien einzuteilen, sorgt für zusätzliche Ordnung.
WordPress ist sozial
Vor ein paar Jahren war es absolut in, die eigene Website mit einem Online-Gästebuch auszustatten. Das waren meist ziemlich dröge Dinger, die wenn überhaupt nur einige wenige Einträge beherbergten von der Qualität: „Hallo, tolle Website, bis bald, Petra und Heinz“. Der Gedanke, die Websitebesucher zu Wort kommen zu lassen, ist im Grunde prima, wird nur mit dem klassichen Website-Gästebuch einfach schlecht umgesetzt, weil es den normalen Kommunikationsgewohnheiten des Menschen widerspricht. Menschen äußern sich am liebsten zu einem bestimmten Thema, ein Online-Gästebuch hat aber kein Thema.
Der neue Ansatz, den Weblogs, Wordpress als Software für Weblogs und soziale Netzwerke wie Facebook & Co. gleichermaßen verfolgen, besteht nun darin, dass einzelne Newsbeiträge unterhalb des eigentlichen Inhalts von den Besuchern der Website kommentiert werden können. Es gibt also praktisch zu jedem Newseintrag ein eigenes Gästebuch was ermöglicht, mit den Websitebesuchern interessante Diskussionen zu einem bestimmten Thema zu führen und Feedback aus erster Hand zu erhalten. Dies stellt Nähe her und ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil für den Erfolg einer Website. Indem die Besucher Newsbeiträge kommentieren, vielleicht auf andere Websites zum Thema verlinken u. ä., werden von den Websitebesuchern ständig neue Inhalte generiert. Die Relevanz der eigenen Website zu einem bestimmten Thema – und damit ihr Ranking bei Google – wächst automatisch durch die Mitarbeit der Besucher, ohne dass der Websitebetreiber viel dafür tun muss.
Selbstverständlich sind die benötigten Funktionen für das Teilen von Beträgen auf Facebook & Co. bereits in WordPress integriert, so dass es ein Kinderspiel ist, mit der eigenen Website in den sozialen Netzwerken präsent zu sein. Beispielsweise gibt es die Möglichkeit, einen neuen WordPress-Beitrag gleichzeitig auch in Facebook auf der eigenen Pinnwand zu veröffentlichen. Ein Knopfdruck genügt!
Es geht auch ohne Diskussionen
Natürlich gibt es auch weiterhin klassische Websiteinhalte, wie z.B. die Unternehmenspräsentation, die sich nicht für solche Diskussionen eignen. WordPress bietet daher auch die Möglichkeit, statische Inhalte zu verwalten und die Kommentarfunktion für bestimmte Beiträge (oder sogar komplett) abzuschalten. Dies beeinflusst maßgeblich den Charakter der Website und man kann jederzeit entscheiden, wie viele der „sozialen“ Funktionen auf der Website zum Einsatz kommen sollen. Auch wenn anfänglich die Entscheidung fallen sollte, vollständig auf die Newsfunktionalität zu verzichten, kann sie doch jederzeit nachträglich sehr einfach aktiviert werden. Welchen Charakter die Kontaktaufnahme mit dem Websitebesucher bekommt, entscheidet sich allein durch die Art der veröffentlichten Inhalte. Wordpress bietet lediglich die allgemeinen Werkzeuge, die diese Kontaktaufnahme möglich machen, ein Zwang dazu besteht nicht.
